oder Großrechner sind heutzutage die Dinosaurier unter den Computern: Groß, schwer und es gab schon mal mehr davon.
Geld ist mit Mainframes heutzutage nicht mehr zu verdienen: Mitsubishi gab vor einiger Zeit die Großrechnerfertigung auf, die Abteilungen der anderen Hersteller schreiben rote Zahlen. Früher schafften die Unternehmen der freien Wirtschaft eine neue Mainframe an, wenn die alte steuerlich abgeschrieben war, aber heute kauft niemand mehr einen neuen Computer, bloß weil vom alten die Platte voll ist.
Viele Anwendungen wurden bereits auf kleinere Systeme wie PC- oder Workstation-Netze migriert, die im Unterhalt nicht so kostspielig sind (auch Mainframes können hunderte von Kilowatt fressen). Nicht zuletzt dieses Downsizing ist ein Grund, warum IBM finanziell ins Trudeln geriet, als das einstige Standbein Nr. 1 wegbrach.
Großrechner waren von Anfang an als Mehrbenutzersysteme konzipiert, und sowohl die Hardware als auch die Betriebssysteme sind darauf speziell ausgelegt. Auf diesem Gebiet sind die Mainframes selbst schnellen Workstations heute noch überlegen: Auf dem zentralen Großrechner des Forschungszentrums Jülich (einer 4-Prozessor IBM ES 9000) sind schon mal 500 Leute eingeloggt, ohne daß das System in die Knie geht, während man auch bei Hochleistungsworkstations of schon bei 4 bis 5 eingeloggten Usern deutliche Performance-Einbrüche erlebt.
Großrechner sind auf die Verarbeitung großer Datenmengen abgestimmt: Ihre Input/Output-Fähigkeiten werden nur noch von Supercomputern übertroffen, ein Grund, warum sie in Verwaltungszentralen noch immer ihren Platz haben, wobei nicht nur die Geschwindigkeit, auch die hohe Datensicherheit eine Rolle spielt.
Großrechner werden in der Regel von speziellen Terminals aus bedient (nur Text oder auch mal graphikfähig), in den letzten Jahren häuft sich der Einsatz von Mikrocomputern und Workstations mit Kopplungsprogrammen als Terminal, weil 1. die Terminals aufgrund der niedrigen Stückzahlen so billig auch nicht sind und 2. die Kiste dann auch ohne den zentralen Rechner was tun kann.
Datensicherheit wird bei Großrechnern großgeschrieben: Systeme werden jede Nacht gebackupt, und das Herumhacken in den Dateisystemen sieht in Hollywoodfilmen auch etwas leichter aus, als es in Wirklichkeit ist: Das Betriebssytem VM/CMS von IBM (nicht zu verwechseln mit VMS von Digital Equipement) kennt nicht einmal Directories im eigentlichen Sinn, und wer dort seine Daten unter dem falschen ,,Filemodus`` ablegt, kann seine eigenen Daten nicht mehr selber mit ftp unter TCP/IP von einer anderen Maschine übertragen.