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Workstations

hießen früher einmal Mini--Computer. In der guten alten Zeit des kalten Krieges konnte man dann des öfteren lesen, daß irgendwelche Zollämter Vax-Computer, damals noch die Workstations schlechthin, beschlagnahmt hatten, die in den Osten geschmuggelt werden sollten, weil die bösen Russen damit ihre Atomraketen berechnen wollten.

Workstations sind in Verwaltungs-- und Forschungseinrichtungen in der Regel vernetzt (im Gegensatz zu den Stand-alone-PC's). Oft werden sie auch gar nicht direkt von der Konsole bedient, sondern von einem bis mehreren Terminals aus, die ganz woanders stehen als der Rechner selber. Auf solchen Workstation-Clustern ist es auch möglich, Terminal-Sitzungen statt auf der eigenen auf einer völlig anderen Maschine aufzubauen, wenn z.B. der eigene Rechner überlastet ist.

Komfortable Bildschirme und Softwareentwicklungsumgebungen machen die Workstations beim Programmieren konkurrenzlos.

Typische Anwendungen sind aufgrund der graphischen Leistungsfähigkeit der Bildschirme und Prozessoren Computer Aided Design (CAD, Statische Konstruktionen auf dem Computer). Multimedia--Graphik ist ebenfalls eine Stärke dieser Maschinen, deswegen hüpften auch Steven Spielbergs Parksaurierzuerst zuerst über den Bildschirm von Silicon-Graphics Hochleistungsworkstations.

Hohe Rechenleistung ermöglicht es auch, viele naturwissenschaftliche Anwendungen statt auf Großrechnern und Supercomputern auf Workstations durchzuführen.

Der Preisverfall, der langsam auch auf dem Workstation-Markt einsetzt, sorgt hier dafür, daß oft schon neue Workstations statt Terminals angeschafft werden.

Wenn zuviele Leute auf einer Workstation arbeiten, bekommt das Betriebssytem in der Regel Probleme, die Antwortzeiten vom Rechner werden recht lang.

Der Hauptspeicher liegt in der Größenordnung von 10 bis 50 Megabyte, aber die modernsten Rechner dieser Art lassen auch Hauptspeicher in der Größenordnung von Gigabyte zu.

Im Gegensatz zum PC unterstützen die Betriebssysteme auf Workstations auch die Nutzung von virtuellem Speicher, d.h. was nicht in den Hauptspeicher paßt, wird auf Platte ausgelagert (Swappen, Pagen).

Klassische Workstations-Betriebssysteme sind Vax/VMS und Unix. In der Regel ist auch die Verwendung von graphischen Benutzeroberflächen, Windows halt, möglich. Dabei handelt es sich aber nicht um das Microsoft-Produkt, sondern um eine Entwicklung des Massachusetts Institue of Technologie (sog. MIT-Windwows) oder eine seiner vielen kommerziellen Ableitungen. Unix unter MIT-X11 Windows ist übrigens auch eine Domäne von Public-Domain-Programmen: Es gibt säckeweise Editoren und Graphiksoftware, auch Compiler, die man nur vom nächsten PD-Server über das Internet kopieren braucht (Workstations sind in der Regel angeschlossen an irgendein internationales Kommunikationsnetz).

Prozessoren entwerfen die Workstation-Hersteller mittlerweile selber, gefertigt werden sie in eigenen Anlagen (z.B. IBM) oder in Lizenz (für Sun stellt unter anderem Texas Instruments die Prozessoren her). Der Workstation-Markt ist in den letzten Jahren explodiert, und die RISC-Technologie begünstigt Neuentwicklungen (dazu mehr im Abschnitt CISC, RISC und Compiler).

Die Datensicherheit auf Workstations ist in der Regel deutlich besser als auf PC's: Zugang hat sowieso nur, wer einen ,,Account`` (einen Eintrag in die Benuzterliste und ein eigenes Directory, unter Unix im NFS, dem Network FileSystem) besitzt und ein Passwort zu Maschine hat. Unter Unix ermöglicht es ein NIS-Passwort, sich auf jeder Maschine eines Clusters einzuloggen. NIS, das Network Information System, ist auf Unix-Clustern die zentrale Datenbank für die Verwaltung des Clusters. Wenn der Systemverwalter keinen Mist macht, kommt man nur mit Hacker-Fertigkeiten an die Dateien anderer Benutzer. Workstation-Cluster können zentral gebackupt werden.



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